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Geoblocking

Was ist Geoblocking?

Auch im Internet gibt es Landesgrenzen, sodass nicht alle Inhalte für alle Nutzer weltweit verfügbar sind. Wie diese Grenzen funktionieren und wie Sie diese überwinden können, erklären wir Ihnen hier.

„Dieser Inhalt ist in Ihrem Land nicht verfügbar!“ – diese Meldung bekamen bis Ende 2016 viele deutsche YouTube-Nutzer beim Aufruf von Musikvideos angezeigt. Die Plattform konnte sich mit der „Gesellschaft für musikalische Aufführungen und mechanische Vervielfältigungsrechte“ (kurz: GEMA) nicht über die Nutzung, Rechte und Pflichten vieler Videos einigen. Obwohl diese Zeiten mittlerweile vorbei sind, gibt es nach wie vor Begrenzungen bei der Verfügbarkeit bestimmter Inhalte. Als deutscher Netflix-Nutzer können Sie beispielsweise nicht die Inhalte der amerikanischen Plattform aufrufen oder sich in einem Online-Shop im Ausland die günstigeren Preise in einer Fremdwährung sichern. Geoblocking heißt die Technik, die dafür verantwortlich ist.

Wie funktioniert Geoblocking und warum gibt es die Sperre?

Wenn Sie im Internet surfen, verbinden Sie sich über eine IP-Adresse mit den jeweiligen Servern Ihrer Zielseite. Jedes Gerät hat dabei eine individuelle IP-Adresse, die zwar erst einmal keine Rückschlüsse auf Sie als Person zulässt, wohl aber etwas über Ihren Standort verrät. Erkennt der Zielserver anhand Ihrer IP-Adresse, dass Sie aus einem anderen beziehungsweise gesperrten Land versuchen auf das Angebot zuzugreifen, verweigert er den Zugriff.

Doch warum gibt es diese Sperre? In erster Linie geht es dabei um Lizenzrechte und Genehmigungen. Netflix Deutschland kauft beispielsweise ausschließlich die Streaming-Rechte für Filme und Serien für den deutschen Raum. Diese Rechtevergabe kennen wir auch bereits aus dem linearen Fernsehen oder dem Kino: Nur weil ein deutsches Kino einen Film einkauft, bedeutet das nicht gleich, dass alle Kinos in Deutschland einen Film zeigen dürfen. Je größer der Wirkungskreis beziehungsweise je umfangreicher die Rechte, desto teurer sind diese meistens auch. Bei Online-Shops wird der Zugriff aus fremden Ländern oft aus steuerrechtlichen Gründen begrenzt – oder einfach, weil es die Logistik nicht hergibt, dass Sie eine deutsche Lieferadresse in einem spanischen Online-Shop angeben. Der dritte Grund für Geoblocking betrifft uns in Deutschland eher weniger, ist in strengen Regimes aber ein riesen Thema. So blockiert beispielsweise Nordkorea nahezu alle westlichen Internetseiten – das Internet dort sieht völlig anders aus, als in unseren Breitengraden. Auch China sperrt per Geoblocking Youtube, Instagram und andere westliche soziale Netzwerke.

Übrigens: Wenn Sie innerhalb der EU Urlaub machen, können Sie auch in dieser Zeit noch auf Ihre deutschen Inhalte zugreifen – Geoblocking spielt hier keine Rolle. Ähnlich wie beim Telefonieren (Stichwort: Roaming-Gebühren), gilt auch beim Surfen seit April 2018, dass Sie im EU-Ausland bei vorübergehenden Aufenthalten Ihre Angebote wie Zuhause nutzen können müssen.

Geblocking umgehen: Diese Möglichkeiten haben Sie

Egal, aus welchem Grund Sie Geoblocking umgehen möchten: Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Möglichkeiten, die alle ihre Vor- und Nachteile haben.

Wie umgehe ich Geoblocking über einen Proxy-Server?

Über Google oder eine andere Suchmaschine können Sie nach einem kostenlosen Proxy-Server in dem jeweiligen Land suchen und sich damit verbinden, um mit der neuen IP-Adresse die gewünschte, bis dahin geblockte Seite aufzurufen. In Firefox richten Sie beispielsweise einen Proxy-Server ein, indem Sie im Menü den Punkt „Einstellungen“ auswählen und dann im Bereich „Netzwerk-Proxy“ auf „Einstellungen“ klicken. In dem sich öffnenden Fenster aktivieren Sie den Punkt „Manuelle Proxy-Konfiguration“ und tippen die IP-Adresse des gewünschten Servers ein. Nun surfen Sie mit der neuen Adresse und umgehen eventuelles Geoblocking. Obwohl diese kostenlose Variante verlockend erscheint, hat sie auch Nachteile: Zum einen sind die Server häufig überlastet, sodass gerade der Aufruf von Videos und anderen großen Dateien keinen Spaß macht. Außerdem verschwinden viele Proxy-Server genauso schnell wieder von der Bildfläche, wie sie gekommen sind. In beiden Fällen gilt also: Ausprobieren und hoffen, dass die Verbindung schnell und stabil ist. Wichtig bei der Auswahl einer Proxy-Servers ist, dass dabei eine verschlüsselte HTTPS-Verbindung aufgebaut wird – nicht alle Server gewährleisten das.

Wie umgehe ich Geoblocking mit SmartDNS?

Bei SmartDNS handelt es sich um einen Online-Dienst, der sich die IP-Adresse eines ausländischen Servers zu Nutze macht – also so ähnlich wie ein Proxy-Server funktioniert. Allerdings: Während beim Proxy-Server der komplette Datenverkehr über den Server läuft und darum oftmals sehr langsam ist, nutzt SmartDNS nur die IP-Adresse und kombiniert sie mit der hoffentlich schnellen heimischen Internetleitung. Doch auch hier gibt es ein Aber: Zum einen sind Ihre Daten hier nicht sicher verschlüsselt, zum anderen sind SmartDNS-Angebote meist kostenpflichtig. Wer es trotzdem ausprobieren möchte, findet bei vielen Anbietern eine kostenlose Testphase.

Wie umgehe ich Geoblocking mit VPN?

Über einen VPN-Client haben Sie Zugriff auf oftmals tausende Server in vielen verschiedenen Ländern. Sie suchen sich einfach einen Sever im passenden Land aus und können so Streaming-Angebote und Online-Shops im Ausland aufrufen. Die Abkürzung VPN steht übrigens für „Virtual Private Network“ und ermöglicht neben dem Umgehen von Geoblocking vor allem anonymes und sicheres Surfen in jeder Situation. Sämtliche Daten werden durch einen Tunnel übertragen, der nicht nur die IP-Adresse verschleiert, sondern auch sensible Daten, wie E-Mails oder Passwörter, vor neugierigen Blicken schützt. VPN-Clients kosten zwar meist etwas, bringen dafür aber einen sehr großen Funktionsumfang bei gleichzeitig einfacher Bedienung und schneller Surfgeschwindigkeit mit.

Grundsätzlich ist die Verwendung von einem Proxy-Server oder eines VPN-Clients zur Anonymisierung der IP-Adresse erlaubt. Ob das auch bedeutet, dass das Aushebeln von Geoblocking auch legal ist, lässt sich pauschal nicht beantworten (Stand März 2020). Allerdings untersagen viele Online-Shops, Streaming-Anbieter und andere Dienste das Umgehen dieser Blockade in Ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Da Sie diesen bei der Anmeldung und/oder einem Kauf aber zugestimmt haben, verstoßen Sie gegen die Richtlinien. Werden Sie erwischt, führt das im schlimmsten Fall zu einer Sperrung des User-Accounts.

Ansonsten gilt: Planen Sie Verbotenes und Straftaten unter dem Deckmantel eines VPN-Clients oder eines Proxy-Servers, ist das selbstverständlich illegal. Die Nutzung von Tauschbörsen, via Torrents oder Peer-to-Peer-Netzwerke, gehört auch dazu.